1933 bis 1945

Cord Oetjen – Hauptmann 1929-1935

Die Freiwillige Feuerwehr Bassen in der Zeit von 1933 bis 1945 Die Freiwilligen Feuerwehren waren bis 1933 in der Mehrzahl nichtrechtsfähige Vereine. Danach wurden sie überwiegend im Vereinsregister geführt und erhielten den Zusatz „eV.“ Am 1. Mai 1933 hatte die FF in Bassen eine Mannschaftsstärke von 49 Mann. Es gab aber auch eine Pflichtfeuerwehr mit 80 Mann. Schon eine Verordnung aus dem Jahre 1901 sah vor, daß nötigenfalls neben der FF Pflichtfeuerwehren zu bilden wären, wenn die Einsatzkräfte der FF für die Gewährleistung des Brandschutzes nicht ausreichten. Die Pflichtfeuerwehren unterstanden der Leitung der FF. Die Dienstbegeisterung der Verpflichteten ließ jedoch zu wünschen übrig. Durch die Zusammenlegung der beiden Landkreise Achim und Verden erfolgte am 12. Februar 1934 auch der Zusammenschluß der beiden Feuerwehr-Kreisverbände.

Das Feuerlöschwesen wurde ab 1933 auf das reine Führerprinzip umgestellt. Es gab keinen besonderen Ortsbrandmeister mehr, sondern Feuerwehrführer, der nach seiner Ernennung als Ortsbrandmeister anzusehen war. Der Führer des Feuerwehrverbandes für die Provinz Hannover gab jetzt „Führer-Befehle“ heraus, die strikt zu befolgen waren. Bei den Stärkemeldungen einer Wehr waren nicht mit zu zählen:

a) Mitglieder über 60 Jahre (Altersabteilung)

b) fördernde oder passive Mitglieder die nur Beiträge zahlen

c) laue Mitglieder, auf die kein Verlaß ist.

Wörtlich heißt es unter Punkt c: „Wir wollen durch Fortlassung dieser unsicheren Wehrangehörigen vermeiden, daß die vorgesetzte Behörde zu der Annahme kommt, eine Stadt oder Ortschaft sei genügend geschützt, während in Wirklichkeit ein Mannschaftsmangel besteht.“ Es gab gewisse Konfliktsituationen zwischen der Feuerwehr und den nationalsozialistischen Organisationen wie z.B. der SA oder SS, bei Fußdienstübungen (Exerzieren), die auch für die Feuerwehren befohlen wurden. Einen radikalen Angriff in das bewährte Verbandswesen gab es im Zuge der Kriegs-vorbereitungen durch das „Gesetz über das Feuerwehrwesen“ im Jahre 1938. Die Feuerwehrverbände mußten damals aufgelöst werden. Bis zur gesetzmäßigen Auflösung leitete der Kreisbrandmeister Egon Herzog, Hemelingen, den Verband. Die FF wurde zwangsweise in die Polizei überführt und bezeichnete sich als Hilfspolizei-truppe. Sie wurde der SS-Gerichtsbarkeit unterstellt. Die Feuerwehrfahrzeuge erhielten Kfz-Zeichen der Polizei, einen dunkelgrünen Anstrich, blaues Kennlicht und Martinshorn. Jetzt gab es in dem Sinne keine Freiwillige Feuerwehr mehr. Durch die Umorganisation wurden auch die Aufgaben, Ausrüstung und Finanzierung gesetzlich geregelt (alles im Hinblick auf die Kriegsvorbereitungen und den Luftschutz). Die Vorschrift über das Mindest- und Höchstalter (18-60 Jahre) der Mitglieder zwangen vielerorts ältere Feuerwehrführer zur Amtsaufgabe. Auch wurde die Grußpflicht gegenüber der SA, SS, Polizei und Wehrmacht eingeführt. Die Ausbildung der Feuerwehrkameraden erfolgte nach der Ausbildungsvorschrift (AFB) für den Feuerwehrdienst vom 1. Mai 1939.