Der erste Feuerwehrwagen

Automobilspritze 1930 Standort Bassen

Nach dem 1. Weltkrieg war der Personalbestand der Freiwilligen Feuerwehren stark reduziert. Von der Bezirksregierung wurde deshalb verfügt, in den Ortschaften Gründungsversammlungen zwecks Einrichtung von Jugendfeuerwehren durchzuführen. In Bassen fand diese Versammlung am 14. Dezember 1924 statt. Hierüber ist in keinem Protokoll etwas erwähnt worden. Es muß daher angenommen werden, daß die Bemühungen, in Bassen eine Jugendfeuerwehr aufzubauen, nicht zum Erfolg geführt hatte.

1930 kaufte der Kreis Achim eine Automobilspritze für den Feuerwehrkreisverband Achim. In Varel wurde eine Automobilspritze, ein offener HANSA-Wagen mit Rechts-steuerung und außerhalb liegender Schaltung als Mannschaftswagen mit angebauter Spritze frei und ist, nach Rücksprache mit der Landschaftlichen Brandkasse Hannover, gekauft worden.

Da der Feuerwehrkreisverband keine selbstständige Feuerwehreinheit ist, mußte die Spritze, welche ja Eigentum des Kreisverbandes war, bei einer Gemeinde-Feuerwehr untergebracht werden. Diese konnte die Spritze für ihre Zwecke benutzen, war aber für die Unterhaltung und evtl. anfallende Reparaturen verantwortlich. Bürgermeister Hinrich Böse beantragte beim Kreis, den Standort der kreiseigenen Automobilspritze nach Bassen zu verlegen. Mit der Auflage, für eine ordnungsgemäße Unterbringung zu sorgen, wurde dem Antrag entsprochen. Die Gemeinde baute jetzt in der Straße „Im Dorfe“ (Upp’n Smärbaag) ein neues Spritzenhaus, welches 1932 in Betrieb genommen wurde. Das Spritzenhaus wurde zum großen Teil in Eigenleistung der Feuerwehrkameraden erstellt. Wenn aber doch eine Arbeit bezahlt werden mußte, dann stand da z.B. in der Rechnung des Maurermeisters und Feuerwehrmannes Hinrich Steinau: „Montag 15. Juli, ich und Cord Oetjen 6 Stunden gearbeitet, Dienstag 16. Juli, ich und Diedrich Steinau 3 Stunden gearbeitet, Mittwoch usw. Es muß aber auch erwähnt werden, daß „ich“ eine vorzügliche Arbeit, zu einem unwahrscheinlich günstigen Preis ablieferte.

So erhielt Bassen 1930, als erste Gemeinde im Kreis Verden eine Automobilspritze. Die Landschaftliche Brandkasse hatte aber bei der Funktionsprüfung, am 4. Februar in Bassen, gravierende Mängel festgestellt. Trotzdem stellte sie eine Beihilfe von 800 RM in Aussicht. Die Spritze versagte später oft ihren Dienst.

1937 zeigte der Feuerwehrkreisverband kein Interesse mehr an der, für sie wertlosen, Kreismotorspritze. Diese ging dann unentgeltlich in den Besitz der Freiwilligen Feuerwehr Bassen über.

In der Zwischenzeit ist auch ein Nebelhorn, welches zusätzlich für die Alarmierung der Feuerwehr benutzt wurde, angeschafft worden.